Kein NFL-Star-Quarterback hat es in dieser Saison verdient, NFL-MVP zu werden. Kein Rodgers, kein Mahomes und kein Brady. Wer meiner Meinung nach 2021 zum Most Valuable Player gewählt werden sollte.

Quarterback, Quarterback, Quarterback, Quarterback, Quarterback, Quarterback, Quarterback, Quarterback – 8x hintereinander wurde in der NFL ein Quarterback zum MVP, also zum wertvollsten Spieler der National Football League gewählt. Adrian Peterson war 2012 als Runningback der letzte Nicht-Quarterback, der den Award gewinnen konnte. Diese Quarterback-Endlos-Siegesserie muss 2021 reißen.

Aus zwei Gründen:

1) Kein NFL-Star-Quarterback hat es dieses Jahr so wirklich aus sportlichen Gründen verdient 

2.) Ein anderer NFL-Spieler ist (Stand jetzt) viel wertvoller für sein Team

Die NFL-Star-Quarterbacks waren schon mal besser in Ihrer Karriere

Reigning MVP Aaron Rodgers – Schlechter als letztes Jahr

Fangen wir mit dem regierenden NFL-MVP Aaron Rodgers an. Hat er seine Wiederwahl verdient? Nein. Gleich aus mehreren Gründen. Allen voran hat Rodgers gelogen, als er sagte, er sei geimpft. Mit dieser Lüge hat er nicht nur seinem Team großen Schaden zugefügt, sondern gleich der ganzen NFL. Kann so jemand MVP werden? Zumal er ein Spiel deswegen verpasste, das sein Team gleich verlor. Zudem hat Rodgers 2-3 extrem unterirdische Spiele in dieser Saison abgeliefert, die MVP-Ehren schon sehr infrage stellen. Zum Beispiel gleich im Eröffnungsspiel mit einem Passer-Rating von unter 40. Die sportlichen Leistungen des Gunslingers sind 2021 zu unausgeglichen, um als bester Spieler der Saison auserkoren zu werden. Nicht zuletzt geht es beim MVP-Award darum, wer den größten Nutzen für sein Team generiert. Und das ist derzeit nicht Rodgers, sondern die Defense. Die Defense gewinnt die Spiele für die Packers, Rodgers ist eher das i-Tüpfelchen drauf. Letztes Jahr war Rodgers dominanter und besser. Meiner Meinung nach ist der Altstar für 2021 daher kein MVP-Kandidat. 

Patrick Mahomes – außer Form

10 Interceptions in 11 Spielen, mehrere verlorene Spiele in Serie, mehrere Spiele ohne einen einzigen Touchdown und etliche Pässe ins Niemandsland. Patrick Mahomes ist heuer weit von seinen Bestleistungen der vergangenen Jahre entfernt. Zwar sind seine Zahlen (League Leader in Yards und Zweiter bei den TD) aufgrund seines überragenden Talents auch in dieser Saison zum Teil eines MVPs würdig, aber dieser Mahomes trägt sein Team bei Weitem nicht mehr so im Alleingang, wie noch 2019 oder 2020. Mahomes, für mich definitiv kein MFP 2021. 

Tom Brady – für 44 genial, aber er war schon besser

Wenn es einen MVP-Award für Ü40-Spieler in der NFL geben würde, niemand hätte ihn mehr verdient als Tom Brady. Was der Bucs-QB mit seinen 44 Jahren auf der Quarterback-Position abliefert, ist sensationell (schon jetzt über 3000 Passing Yards) – und sucht in der Geschichte der NFL seinesgleichen. Aber hier wird der wertvollste Spieler der gesamten NFL gesucht.

Brady hat in den letzten drei Spielen fünf Interceptions geworfen, schon acht in dieser Saison. In seiner MVP-Saison 2010 waren es in sämtlichen Regular Season Spielen deren acht. Nun gut, andererseits führt Brady die NFL auch mit 29 Touchdown-Pässen an. In seiner MVP-Saison 2007 warf der Goat aber gleich 50 Touchdown-Pässe. Vor allem aber wird der dreifache League MVP von einem Allstar-Team umgeben, das für ihn viele Kohlen aus dem Feuer holt. Godwin, Evans, Gronkowski oder Leonard Fournette holen stets etliche Yards after Catch für ihren Quarterback heraus. Die Tampa Bay Buccaneers sind als Team eine Macht. Die Defense sorgt dafür, dass Tom Brady schnell wieder den Ball bekommt.

Nicht zuletzt ist das Spiel der Bucs extrem passlastig, was die sehr beeindruckenden Zahlen des regierenden Superbowl-MVPs erklärt. Man kann nicht sagen, der MVP-Titel wäre unverdient für Tom Brady, aber Stand jetzt war TB 12 gefühlt schon dominanter in seinem Spiel. Gebt ihm den Offensive Player of the Year Award, aber nicht den MVP. 

Kyler Murray – fehlt seiner Mannschaft schon zu viele Spiele

Seine Bilanz nach acht Spielen: 2.276 Passing Yards, 17 Touchdowns, ein Rating von 110,4 und eine beeindruckende Completion Rate von 72,7 Prozent. Ja, das sind definitiv MVP-würdige Zahlen. Allerdings hat Kyler Murray in dieser Saison lediglich acht Spiele auf dem Feld gestanden. Die letzten drei Spiele hat er gefehlt. Wir gehen in Woche 12 und der 2020 All Pro Murray ist immer noch out of the Game. Ob das für MVP-Würden reicht, wenn der Arizona Cardinals in Summe drei oder vielleicht sogar vier Matches seiner Mannschaft nicht helfen konnte. Bei 16 Saisonspielen hätte ich definitiv nein gesagt, bei 17 Spielen kann man vielleicht ein Auge zudrücken und ihm den Award verleihen. Vorausgesetzt Murray kommt genauso stark zurück wie vor seiner Verletzung.  

Colts-RB Jonathan Taylor – Mein NFL-MVP 2021

Wenn es um den besten und wertvollsten Spieler der NFL geht, dann kann es heuer nur einen Namen geben: Jonathan Taylor – seines Zeichens überragender Runningback der Indianapolis Colts. Wo wären die Colts offensiv ohne ihren Ballträger? Im Nirgendwo, irgendwo auf Höhe der Texans.

Jonathan Taylor trägt die gesamte Offensive der Colts und muss daher zum NVL-MVP 2021 gewählt werden.

Seine Läufe, seine Touchdowns sind der Grund, wieso die Colts überhaupt auf einem Playoff-Platz stehen (neben einer hervorragenden Turnover-Rate natürlich). Wenn sich die Colts auf Carson Wentz verlassen müssten (nur 18 Pass-TDs, nur 7 Yards per Pass-Play, nur eine Completion-Rate von 63%), wären sie völlig verloren. Ohne Taylor, den besten Runningback der Liga, stünden die Colts in dieser Saison auf verlorenem Posten.  

Allein im letzten Spiel scorte der Second-Year-Runner fünf Total-Touchdowns für sein Team. Das haben vor ihm in der NFL-Geschichte nur 15 andere Spieler geschafft. Außerdem hat er damit einen neuen Club-Rekord aufgestellt. Solche unglaublichen Performances liefert der Colts-Runningback heuer Spiel für Spiel für Spiel. Seine Saison-Stats sind formidabel: Schon jetzt über 1.000 Rushing-Yards, die meisten Touchdowns (13) in der NFL, die meisten Rush-Yards in der Liga (1.122), die meisten Big Plays von allen Runningbacks (10x über 20 Yards). Dazu kommt acht (!) Spiele in Folge mit mindestens 100 Total Yards. 

So und nicht anders stelle ich mir einen NFL-MVP vor.

Nein, dieses Jahr ragt kein Quarterback aus der Masse heraus (wie Mahomes 2018 oder Jackson 2019), sondern ein Runningback.

Die diesjährigen Leistungen von Brady, Murray und Co. in allen Ehren, aber bitte wählt nicht wieder einen Quarterback zum MVP.

Denn es gibt einen Spieler, der heuer klar besser als alle Star-Quarterbacks ist.

Jonathan Taylor. 

*Und wenn nicht er, dann soll zumindest Wide Receiver Cooper Kupp den League MVP Award gewinnen. 

★ Mag. Daniel Hoffmann ★

★ Mag. Daniel Hoffmann ★

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