Eine erhellende Gegenüberstellung von Pro und Contra Argumenten, wieso die New England Patriots im AFC Conferenceship Game gegen die Los Angeles Rams (nicht) in den Superbowl einziehen werden

3 Gründe, warum die Patriots gewinnen werden

1. Totgesagte leben länger: Amerika schrieb die Patriots ab. Sie seien nicht mehr so gut wie früher. Sie seien nicht mehr so dominant. Die Dynastie sei vorüber. Die Unbesiegbaren seien besiegbar geworden. Und dann straften die Patriots beim triumphalen Divisional-Sieg über die Los Angeles Chargers allesamt Lügen. Wieder mal muss festgehalten werden: Niemand ist besser als die Patriots. Play-off-Time = Patriots-Time. Der amerikanische Verlag für Sprachendiktion sollte ein weit verbreitetes geflügeltes Wort umbenennen. Wenn es drauf ankommt, ist ab sofort nicht mehr Money Time, sondern Patriots Time… By The Way: Tom Brady allein hat mehr Playoff-Siege (28) als die Chiefs in ihrer ganzen Franchise-History. 

2. Die Besten im Short-Pass-Play: Tom Brady ist kein Big Player mehr. In jenem Sinne, dass er mit seinen kurzen Würfen kaum mehr Big Plays generiert. Bei Bällen über 20 Yards hat der GOAT schon eine sehr bedenkliche Streuung in seinen Würfen. So wie einst Peyton Manning in seinem letzten Jahr, als er Bälle, die er früher traumwandlerisch sicher anbrachte, ins Niemandsland schoss. Vor Bradys langen Dingern braucht sich also niemand mehr zu fürchten. Was Brady aber wie kein anderer beherrscht, sind riesige Raumgewinne mit seinen kurzen Screen- oder Shuffle-Pässen. Normalerweise sind solche Pässe gut für ein paar Yards, bei ihm reichen sie oft zu einem First Down und mehr. Das liegt daran, dass Brady mit all seiner Erfahrung ein Meister darin ist, gegnerische Defenses perfekt zu „lesen“. Er schaut sich die Aufstellung der Verteidigung an und erkennt wie kein anderer, welcher Spielzug hier am vielversprechendsten ist. Brady ist vielleicht nicht der talentierteste Spieler aller Zeiten, aber einer, möglicherweise sogar der beste Game Manager aller Zeiten auf der Quarterback-Position. 

3. Erfolgreich neu erfunden: Wenn es mit dem Pass-Spiel nicht mehr so funktioniert wie früher, müssen eben andere Wege her. In den letzten 3 Spielen setzten die Patriots höchst erfolgreich auf ihr Laufspiel. Sie liefen ganze 111x den Ball und erzielten dabei 559 Yards Raumgewinn – das sind starke 5,04 Yards im Schnitt. Auch die O-Line der Pats ist zur richtigen Zeit in Bestform. Gegen die Chargers warf Brady 44x den Ball und wurde kein einziges Mal gesackt. Die Patriots haben ihr Spiel wieder mal erfolgreich adaptiert und auf eine noch höhere Stufe geführt.

3 Gründe, warum die Patriots verlieren werden

1. Schlusslicht: Die von Tom Brady angeführte Patriots-Offensive macht im Schnitt die wenigsten Punkte von allen 4 Halbfinalisten (27,2). Der Gegner aus Kansas macht die meisten (35,3). Vor allem im ersten Quarter haben die Gegner keine Chance. Die Chiefs outscorten in dieser Saison ihre Gegner in den ersten 15 Minuten mit 147 zu 56. Die Patriots können das Spiel im ersten Viertel nicht gewinnen, aber schon verlieren. Wichtig wäre für die Patriots, den Coin Toss zu gewinnen und – wie gegen die Chargers – entgegen den üblichen Gepflogenheiten ausnahmsweise selbst mit Ballbesitz zu beginnen.

2. Angststadion: Selbst bei der größten Dynastie der Football-Geschichte stehen ein paar Makel im Lebenslauf. Im heimischen Gillette Stadium sind Brady und Co. eine wahre Macht, aber auswärts eher auf dem Niveau von Durchschnittsteams der NFL. Ein paar Beispiele: Gleich 5 der letzten 6 Spiele im Arrowhead Stadium verlor New England. Die letzten drei Auswärtsspiele in einem AFC Championship Game gingen für die Patriots allesamt verloren. Auswärts haben die Patriots zudem 2018 mehr Spiele verloren als gewonnen (3:5).

3. Außenseiter: Die Patriots sind das erste Mal seit Ewigkeiten wieder Außenseiter in einem K.o.-Spiel. Als dies das letzte Mal der Fall war (2014 im Conference Final in Denver), verloren sie tatsächlich das Spiel.