Die Football-Welt war höchst erstaunt, dass die Miami Dolphins am Black Monday ihren Headcoach feuerten. Warum die Fins nicht mehr länger mit Brian Flores zusammenarbeiten wollten.

Überraschung am Black Monday – Miami Dolphins feuern Brian Flores

Am Black Monday rollen in der NFL die Köpfe. Dass ausgerechnet Miami Headcoach Brian Flores der erste Kopf ist, der in der NFL rollte, überraschte die gesamte Liga. Nein, es schockte sie. Niemand hätte damit gerechnet.

Hatte Brian Flores bei Miami doch zuletzt einen Record von 8:1 aufgestellt. Das ist die Bilanz eines kommenden Superbowl-Siegers. Wie kann es also sein, dass ein so guter Headcoach gehen muss?  

Es sind nicht die sieben verlorenen Spiele in Folge unter der Saison, es ist nicht das erneute Verpassen der Playoffs, es ist nicht der enttäuschende 3. Rang hinter den Buffalo Bills und den New England Patriots. Es ist etwas Anderes. Brian Flores musst gehen, weil er ein schwieriger, sturer Charakterkopf ist, der zwischenmenschlich viel Schaden in Miami anrichtete. Nicht alles war so rosig im Hard Rock Stadium, wie es nach außen hin den Anschein hatte. 

Entlassung in Miami – Schwieriger Charakter der Grund

Mit seinen sportlichen Leistungen wäre man in Miami zufrieden gewesen, mit seinen zwischenmenschlichen Kompetenzen aber nicht. Brian Flores musste gehen, weil er als Mensch, nicht als Coach versagte.  

„The decision to fire Flores can be summed up with one word: Relationships“
ESPN-Reporter Jeff Darlington

Wie man aus Miami hört, wird dem Nun-Nicht-mehr-Headcoach vorgeworfen, dass er viele Personen in der Organisation gegen sich hatte. Dass er viele Menschen mit seiner unwirschen Art gegen sich aufbrachte. Allen voran soll es Spieler gegeben haben, die nicht mehr unter dem früheren Bill Belichick-Schützling arbeiten wollten. Den Berichten in Amerika zufolge konnte der vierfache Superbowl-Sieger Flores oft sehr unpersönlich, unhöflich und abweisend sein. Sein Disziplin-Fanatismus und seine ständigen Maßregelungen stießen immer mehr Personen in der Dolphins-Franchise sauer auf. Treibende Kraft hinter dem Rausschmiss von Headcoach Brian Flores war Owner Stephen Ross. Die Beiden hatten des Öfteren – nennen wir es – Kommunikationsschwierigkeiten.

Die zunehmende Anzahl an dysfunktionalen Beziehungen vergiftete das Klima innerhalb des Teams, aber auch im Coaching Staff. Es ist hinlänglich bekannt, dass während der Herrschaft des 40-Jährigen mehrere unter ihm arbeitende Coaches kamen und gingen. Genauso wie Free Agents, die es nicht lange in Miami aushielten. Dieses stetige Kommen und Gehen ging auf die Kappe des mürrischen bis teils despotischen Alleinherrschers Brian Flores. Fehlende Konstanz – Gift für eine Franchise, die sich gerade im Rebuilding-Prozess befindet und nach Höherem strebt.   

Owner Stephen Ross begründete die Kündigung von Headcoach Flores in einem offiziellen Statement der Miami Dolphins wie folgt: „After evaluating where we are as an organization and what we need going forward to improve, I determined that key dynamics of our football organization weren’t functioning at a level I want it to be and felt that this decision was in the best interest of the Miami Dolphins. I believe we have a talented young roster in place and have the opportunity to be much better in 2022.“

Heißt übersetzt: Die Schlüsseldynamiken unter Flores funktionierten nicht und der Owner erwartet sich von seinem nächsten Headcoach eine viel bessere Leistung.

Paradoxerweise wurde Flores seine Quarterback-Treue zum Verhängnis

Paradoxerweise verlor der Coach aber auch deswegen seinen Job, weil dieser bei einer Person in der Franchise ausnahmsweise zu viel Nibelungentreue an den Tag legte: Beim umstrittenen Quarterback Tua Tagovailoa. Die aufstrebenden Miami Dolphins hätten vor ein paar Monaten liebend gerne Pro Bowler Deshaun Watson in ihr Team geholt. Doch Flores wollte (natürlich auch vor dem Hintergrund der ungeklärten juristischen Probleme von Watson) lieber mit dem jungen Tua weiterarbeiten. Der mal auf dem Turf ablieferte, mal wieder nicht.  

„I think I´ve said this multiple times. Tua is our quarterback.“
Brian Flores im Oktober

Watson selbst soll geäußert haben, dass der fachlich hoch gehandelte Headcoach der Dolphins ein wichtiger Grund gewesen sein soll, um von Houston nach Miami zu wechseln. Nachdem Flores nicht mehr da ist, ist nun völlig offen, ob Watson kommt. Sollten die Dolphins in den nächsten Monaten Deshaun Watson per Blockbuster-Trade verpflichten, würden sie einen der fünf besten Quarterbacks der NFL under center haben und umgehend zu einem heißen Superbowl-Kandidaten avancieren.

Denn Defensiv-Guru Flores konnte in seinen drei Jahren fast jeden Bereich in der Organisation verbessern – den Roster, das Playcalling, die Strukturen, die Defensive – einzig die Offensive blieb das große Sorgenkind in der Franchise. Die Offense war es auch, die die Dolphins letztlich die Playoffs kostete.

Mit einem neuen Coach ante portas werden die Dolphins (gemeinsam mit anderen Teams wie vielleicht Carolina oder Denver) wohl einen baldigen Angriff auf den begehrten Star-Quarterback starten. Owner Stephen Ross meinte nach der Entlassung von Flores, ob Watson als neuer Dolphins-Quarterback kommen soll: „It will depend on next head coach and direction he wants to take.“

Und wer könnte der neue Coach in Miami werden?

In der Verlosung sind Namen wie Eric Bieniemy, Doug Pederson oder Brian Daboll – Ersterer (OC bei den Chiefs) und Letzterer (OC bei den Bills) wären die von Owner Stephen Ross so dringend gesuchten Kapazunder, um die lahmende Offensive in die Gänge zu bekommen. Damit die Miami Dolphins nach Jahren der sportlichen Tristesse endlich wieder zu jener glorreichen Franchise werden, die sie vor langer Zeit einst unter Dan Marino waren.