Ein unschöner Vergleich zwischen dem Skispringer und dem Quarterback der Buffalo Bills

„Eddie The Eagle“ war ein berühmter Skispringer der 1980er-Jahre. Michael Edwards, wie der Brite mit richtigem Namen heißt, war seinerzeit mindestens so bekannt wie ein Matti Nykänen, Jens Weißflog oder Janne Ahonen. Doch worauf baute sein Ruhm als Skispringer auf? Hatte „Eddie The Eagle“ die legendäre Vier-Schanzen-Tournee gewonnen? Ich bitte dich! Triumphierte der „Adler“ im Gesamt-Weltcup? Mitnichten! Hat er also vielleicht irgendeinen bedeutenden Rekord gebrochen? Ebenso weit weg, wie Eddie jedes Mal vom K-Punkt.
Wofür war der Mann also dann so dermaßen berühmt, wenn es nicht an seinen sportlichen Erfolgen lag? Ganz einfach: Eddie The Eagle wurde für seine sportlichen Misserfolge (!) weltberühmt!“

Der Ed Woods der Lüfte

Michael Edwards war in seinem Sport ein einziger Versager, so ziemlich der schlechteste Skispringer aller Zeiten. Wenn Andere noch elegant wie ein Adler durch die Luft flogen, nippte Eddie The Eagle schon längst an einem heißen Tässchen British Tea. In seiner kurzen Karriere als Leistungssportler brach Eddie sich ob seines Unvermögens zweimal den Schädel, einmal den Kiefer, einmal das Schlüsselbein, dazu drei Rippen und das Knie. Eddie, der Adler? Sein Markenname, reiner Sarkasmus. Er war ein Verlierer-Typ, wie er im Buche stand. Seine Sprünge waren in Wirklichkeit kleine „Hüpferchen“.

Der blutige Amateur durfte nur deswegen in den professionellen Skisprung-Bewerben seiner Zeit starten, weil es in England sonst keine Skispringer gab. Aus demselben Grund durfte der Ed Woods unter den Skispringern trotz seiner desaströsen Bewerbsleistungen auch als Vertreter Englands an den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary teilnehmen. Die Spiele sollten für den Skisprung-Exoten zu einem fulminanten Höhepunkt seines Sportler-Lebens werden. 80.000 Fans im Olympia-Stadion von Calgary riefen frenetisch seinen Namen, als der Außenseiter sich wagemutig vom Sprungbalken in Richtung Schanze abstieß. Seine Fans feierten bei Olympia seine Sprünge so begeistert, als ob sie nicht einem unfähigen Skispringer mit sonderbarer Nerd-Brille, sondern der Queen von England zujubelten. Es half alles nichts – Eddie The Eagle wurde in beiden Bewerben abgeschlagen Letzter. Wieder mal.

Er war einfach nicht gemacht für den Sport, ließ es sich aber nicht nehmen, immer wieder anzutreten. Womit wir bei Nathan Peterman wären, dem Eddie The Eagle der National Football League.

Nathan Peterman – der schlechteste Quarterback der NFL

Es gibt und gab keinen Quarterback in der NFL, der so schlechte Statistiken aufweist wie Nathan Peterman. Der Spielmacher der Buffalo Bills ist in der NFL für seine miserablen Leistungen fast schon so berühmt, wie Michael Edwards damals im Skisprung-Zirkus für seine. Petermans Zahlen sollte man Kindern nicht vor dem Schlafengehen vorlesen: Nach 8 Karriere-Spielen hält der junge Quarterback bei einem Horror-Quarterback-Rating von 32,5 (von nur 30,7 in 2018). In selbigen 8 Spielen verursachte der 24-Jährige ganze 8 Fumbles. Sein „Touchdown zu Interception Verhältnis“ liegt aktuell bei peinlichen 3:12 (bei gar 1:7 heuer). Seine Average-Yard-Rate als Passer beträgt 4,2 (bei nur 3,7 in dieser Saison). Schlechter geht es nicht mehr! 

Na, vielleicht doch: Peterman schaffte es, in seinen 8 Karriere-Spielen ganze 3 Pick-Sixes zu fabrizieren – also Interceptions, die zu einem Touchdown für das gegnerische Team führten. Außerdem gehört der Fünft-Runden-Pick aus dem 2017er-Draft zu den wenigen Passern, die in einem einzigen Spiel gleich 5 Interceptions warfen. Heuer warf Peterman 81 Mal den Ball und verursachte dabei 7 Interceptions. Alle 4 Spiele verlor er.

Nathan Peterman, er erinnert in seinem Tun stark an Eddie The Eagle. Irgendwie scheint es für den Sport nicht zu reichen, er mischt aber trotzdem ständig mit. Allerdings mit einem großen Unterschied: Edwards liebten die Fans für seine katastrophalen Leistungen, Peterman belächeln oder hassen sie dafür.

Geht es nach den neuesten Berichten des stets gut informierten NFL-Networks, war Petermans letztes Spiel für die Bills … sein letztes Spiel für die Bills. Mitunter sogar generell sein letzter Auftritt in der NFL. Wenn es ganz schlecht für ihn läuft, geht Peterman mit diesen Katastrophen-Stats in die Annalen der NFL ein – und zwar, wie weiland Eddie The Eagle, als „Biggest Loser des Sports“.