Altach ist gerettet und darf ein weiteres Jahr in der Bundesliga spielen. Messias Damir Canadi sei Dank. Der kleine Wiener ist der erfolgreichste und ziemlich sicher beste Trainer, den Altach je gesehen hat.

Damir Canadi – Mister Altach

Damir Canadi ist zurück in Altach. Und mit ihm sofort wieder der Erfolg. Sein neuestes Kunststück als SCRA-Trainer: Er hat Altach vor dem drohenden Abstieg gerettet. Mission Klassenerhalt: Geschafft!  

Die Nerven lagen lange Zeit blank in Altach. Der schwere Gang in die zweite Klasse drohte. In Zeiten von Corona und ohnehin angespannter wirtschaftlicher Situation wollte man diesen partout vermeiden. Altach, sonst gerne ein Muster an Kontinuität, schlug in seiner Verzweiflung wie wild um sich und entließ fast zeitgleich Trainer und Sportdirektor.

Trainer  Alex Pastoor musste gehen, weil er das Siegen verlernt hatte. Seine Elf schoss einfach keine Tore mehr. Im besten Fall langte es nur mehr zu einem kargen 0:0-Unentschieden. Noch häufiger aber verlor der Holländer seine Spiele, bevor er zum fliegenden wurde. Auch Sportdirektor Christian Möckel versagte an allen Ecken und Enden. Seine Einkäufe floppten durch die Bank. Der Mann, der einst Starspieler Sidney Sam ins beschauliche Rheindorf holte, musste mitansehen, wie seine Transfers keine Leistung erbrachten (Obasi, Maderner) oder sogar auf der Bank versauerten (Stefel, Bukta). So konnte es nicht weitergehen. Und das Schicksal meinte es gut mit den Altacher Verantwortlichen.

Die Rückkehr des erfolgreichsten Altach-Trainers aller Zeiten

Damir Canadi war gerade bei Atromitos Athen arbeitslos geworden. Altach nutzte die Gunst der Stunde und verpflichtete ohne zu zögern sofort seinen Erfolgscoach früherer Tage. In seiner ersten Amtszeit führte Canadi den kleinen Ländle-Fußball-Klub in völlig neue Sphären. Unter King Canadi holte sich Altach den Winterkönigtitel (der erste Vorarlberger Wintermeister überhaupt), qualifizierte sich über die Liga für die Europa League und lieferte dort in der Qualifikation unvergessliche Playoff-Schlachten ab. Ein eingespieltes, spielstarkes Altach war seinerzeit gar nicht weit weg, sich sogar für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren. Wie einst die Ägypter unter den Pharaonen, erlebte Altach unter Chef Canadi eine Hochblüte ungeahnten Ausmaßes. Von 2013 bis 2016 konnte Altach 1403 Tage lang sorgenfrei leben, hatte mit dem Abstieg nichts am Hut und blühte finanziell auf. 

Sofort wieder aller Sorgen ledig

Punkteschnitt unter Pastoor

1,2

Punkteschnitt unter Canadi

1,6

Nun ist Damir Canadi nach Intermezzos in Wien, Nürnberg und Athen wieder zurück im Ländle. Sobald der inzwischen 51-Jährige als Verantwortlicher wieder in der Cashpoint-Arena an der Seitenlinie stand, war Altach wieder erfolgreich. Erstes Spiel, erster Sieg. Damals in einer prekären sportlichen Lage, nach monatelangem Gewurschtel unter Pastoor und mit einer sehr verunsicherten Mannschaft.

In Vorarlberg läuft gerade eine Markenkampagne des Landes in Anspielung an das berühmte Cäsaren-Zitat „Veni, Vidi, Vici“. Das Land Vorarlberg bewirbt seine landschaftlichen Schönheiten mit „Ich kam, ich sah …“ und dann zum Beispiel „… den wunderschönen Bodensee“. In Abwandlung an Altach und Canadis bombastischem Comeback könnte man sagen: „Ich kam. Ich sah … wieder das helle Licht am Ende des dunklen Tunnels.“

Mit Canadi kam im Handumdrehen der Erfolg zurück. Erst kamen die Tore, dann die Punkte, dann das Verlassen des Tabellenkellers und schließlich die ultimative Rettung. Binnen weniger Wochen drehte der Erfolgsgarant die Loser-Truppe auf links und ließ Altach aller Sorgen ledig werden. Selbst die „Fehleinkäufe“ von Sportdirektor Möckel stiegen plötzlich zu Sieggaranten empor. Ein Maderner schoss in fast jedem seiner letzten Spiele ein Tor, ein Bukta imponierte phasenweise mit seinem technischen Können und Winterneuzugang Haudum ist als umsichtiger Dirigent im Altacher Mittelfeld (oder notfalls auch in der Innenverteidigung) ein wesentlicher Mosaikstein für den geschafften Klassenerhalt.

Canadi ist nicht nur höchst erfolgreich, Canadi macht Spieler und Klub besser. Der kleine Wiener ist der wohl beste Trainer, den Altach je gesehen hat. Winterkönig, Europa League Qualifikation, Retter vorm Abstieg. 

Veni, Vidi, Canadi.

Langsam könnten sie ihm in Altach echt ein Denkmal vor das Stadion hinstellen.

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